FinWest 3 behält die Führung in der A-Klasse

In der letzten Runde dieses Jahres konnte unsere dritte Mannschaft ihre Führungsposition behaupten. Doch nach zwei klaren Siegen in den ersten beiden Runden erwies sich der Tabellenletzte Leherheide 2 als ein härterer Gegner als erwartet. Zwar konnten wir durch Siege von Wolfgang Jackwerth und Thomas Pleuß und zwischenzeitlichen Remis von Frank Nackenhorst, David Bodnar und Oliver Raasch 3,5:1,5 in Führung gehen, doch dann wollte Joachim Kropp eine Remisstellung unbedingt zum Gewinn führen und behandelte das Endspiel falsch. Kurze Zeit später konnte Geomar Martinez Perez eine ebenfalls gute Remischance nicht nutzen und verlor nach Zeit. Nun hing plötzlich alles an Christoph Redmann, der seine recht schwierige Stellung aber gewinnen und so den Sieg sichern konnte. Damit konnte die Dritte erfolgreich den ersten Platz in der A-Klasse verteidigen.

Sehr positiv verlief der Spieltag auch für FinWest 5, die bei Bremen-Nord 4 antreten mussten, die in der letzten Runde unsere Vierte knapp geschlagen hatten. Doch der Fünften gelang die Revanche und nach einem Sieg von Tammo Stindt am ersten Brett und drei Remis von Geert Rosenow, Horst Grün und Ruben Koops behielten wir mit 2,5:1,5 die Oberhand und konnten den zweiten Platz in der C-Gruppe erobern. Die Vierte war in dieser Runde spielfrei.

Ebenfalls erfolgreich verlief die Runde für FinWest 6 und 7. Während sich die Siebte bei Varrel 3 glatt mit 4:0 durchsetzte, gewann FinWest 6 3:1 gegen Osterholz-Scharmbeck 2 – und dass, obwohl sie mit Tammo Mettenbrink und Matthis Leppin mit zwei Grundschülern angetreten waren. Doch Matthis konnte seine Partie kampflos gewinnen (auch das ist ein Punkt!) und nur Tammo den Erwachsenen den Kürzeren. Nichts zu holen gab es dagegen für unsere ersten beiden Mannschaften. Stark ersatzgeschwächt musste sich die Erste mit 5:3 bei Niederelbe in der Verbandsliga Nord geschlagen geben, während die Zweite beim haushohen Favoriten dieser Liga Kirchweyhe 3 mit 6,5:1,5 geschlagen geben musste. Alle Einzelergebnisse kann man nachlesen unter

https://www.landesschachbundbremen.de/index.php/component/clm/?view=runde&saison=1&liga=1&runde=3&dg=1&Itemid=169&typeid=22

und für die Verbandliga https://nsv-online.de/ligen/nsv-2324/verbandsliga-nord/

Joachim Kropp

FinWest 3 schafft den Aufstieg in die Stadtliga

Am letzten Spieltag gab es für unsere dritte Mannschaft die erste Niederlage mit 2,5:5,5 gegen den hohen Favoriten aus Kirchweyhe. Trotzdem konnte anschließend der Aufstieg in die Stadtliga gefeiert werden, denn den zweiten Platz ließ man nicht mehr nehmen. Das scheint auch der Verfolger aus Lilienthal-Horn-Wilstedt so gesehen zu haben und trat vorsorglich zur letzten Runde gar nicht mehr an. Sieben Brettpunkte sind in einem Mannschaftskampf auch kaum aufzuholen. Neben einem Sieg von Aaron Joel Schmidt konnten dieses Mal noch Christoph Redmann, Tomke Förster und Rida Boussitou mit Remisen zum Endergebnis beitragen.

Mit 13:3 gelang unserer dritten Mannschaft dieses Mal ein überragendes Ergebnis. Die besten Einzelergebnisse erreichten dabei absolut Herwarth Ernst und Horst Grün mit jeweils 5 Punkten aus sieben Partien. Prozentual noch besser schnitt allerdings Aaron Joel Schmidt, der in seinen vier Einsätzen alle Partien gewinnen konnte.

Durch den Aufstieg ändert sich im kommenden Jahr auch nicht für unsere Mannschaften. Denn FinWest 2 erwischte es nach vielen Jahren, in denen sie trotz der schlechtesten DWZ-Zahl die Klasse behaupten konnten, dieses Mal. Dabei fiel allerdings die 1,5:6,5 Niederlage gegen den Tabellenersten Werder V wesentlich deutlicher aus als es der Spielverlauf erahnen ließ. Noch nach drei Stunden sprach ich mit einem Werderaner, der sich mit dem Satz „Oh, oh, dass kann für uns heute schief gehen“ recht skeptisch äußerte. Doch eine Stunde später gingen plötzlich im 5-Minuten-Takt viele Partien verloren.

Um ein Haar wäre auch unsere vierte Mannschaft aufgestiegen. Nachdem Rida Boussitou in Vertretung für Ricarda Rohlfs am ersten Brett gegen den 370 DWZ-Punkte besseren Wolfgang Böning gewinnen konnte, Karl-Heinz Schubert am zweiten Brett verlor und Wilfried Volbert am 4. Brett ein Remis erreicht hatten, lag alles auf den Schultern des erst vierzehnjährigen Enes Gökalp. Trotz deutlich besserer Stellung spielten aber die Nerven und der Respekt gegenüber dem ebenfalls 300 DWZ-Punkten stärken Gegner nicht mehr ganz mit und man einigte sich ebenfalls auf remis. Eigentlich ein sehr gutes Ergebnis, denn Lemwerder war als deutlicher Favorit in den Kampf gegangen. Erst im Nachhinein stellte sich raus, dass wir mit einem Sieg noch am Tabellendritten
LHW 4 vorbeigezogen wären.

Bleibt schließlich noch von unserer ersten Mannschaft zu berichten, deren Saison aber noch nicht beendet ist. Nach dem fulminanten Start mit 8:2 Punkten warten inzwischen die großen Kaliber der Verbandsliga auf uns. Und so musste man sich auch in der achten Runde gegen Turm Lüneburg mit 2,5:5,5 geschlagen geben und steht vor der letzten Runde mit 8:8 Punkten im gesicherten Mittelfeld. Besonders erwähnenswert ist dabei das Remis von Ingo Veit am ersten Brett gegen den Kandidatenmeister CM Stefan Becker, aber auch die Siege von Malte Hentrop und Jethro Bartels sollen hier nicht unerwähnt bleiben.

Alle Einzelergebnisse und Tabellen gibt es wie immer unter:

https://www.landesschachbundbremen.de/

Joachim Kropp

FinWest 3 kommt den Aufstieg immer näher

Auch am 6. Spieltag war die dritte FinWest-Mannschaft nicht zu stoppen. Dieses Mal  war Werder VI in der A-Klasse der Gegner, der sogar mit 7:1 unter die Räder kam. Ein sicherlich mehr als klares Ergebnis, dass allerdings einer kleinen Anekdote Wert war. Denn am ersten Brett hatte unser Hauke Thissen eine akute Zeitnotstellung, in der tatsächlich das Plättchen schon im 35. Zug fiel. Doch sein Gegner war ebenfalls so vertieft in die Partie, dass er das Fallen nicht bemerkte – und im 40. Zug von Ernst mattgesetzt wurde. Da kann man sich die Aufregung bei den umstehenden Kiebitzen gut vorstellen. Durch den 6. Sieg übernahm FinWest 3 die alleinige Tabellenführung, da gleichzeitig Kirchweyhe 3 gegen LHW 2 einen Punkt abgeben musste. Nun fehlt noch ein Sieg um den Aufstieg in die Stadtliga perfekt zu machen oder LHW 2 verliert einen der letzten drei Kämpfe.

Unerwartet erfolgreich ist auch weiterhin FinWest 1 in der Verbandsliga, die sich gegen Leherheide 1 erneut mit 4,5:3,5 durchsetzen konnten und nun mit 8:2 Punkten Platz 3 belegen. Zwar geht es noch gegen die drei stärksten Mannschaften, aber schon jetzt ist das Saisonziel mehr als erfüllt.

An Spannung nicht mehr zu überbieten war der Mannschaftskampf von FinWest 2 bei den Schachfreunden Achimin der Stadtliga. Zwar lief zunächst alles für uns und wir konnten nach Siegen von Adrian Messow und Sören Pieper und zwei Unterentschieden von David Bodnar und Ruzbeh Dehbozorgi bereits von einem Sieg träumen, da Jethro Bartel am ersten Brett eine Qualität und zeitweise zwei Bauern mehr hatte, aber dann wurde es noch einmal spannend. Durch starkes Druckspiel seines 150-DWZ-Punkte besseren Gegners Freudenthal konnte Jethro nur in ein Endspiel mit Läufer und drei Bauern auf beiden Seiten abwickeln und uns schwante schon Böses. Doch Bartel gewann das Endspiel doch noch souverän und so stand es plötzlich 4:2 für uns. Doch die Dramatik ließ nicht nach. Jan Klüver hatte ein Endspiel Turm und einen Bauern gegen Turm und zwei Bauern. Die Bauern standen sich gegenüber, sodass wir alle mit einem Remis rechneten. Doch in akuter Zeit unterlief ihm dann doch noch ein Fehler und er verlor die Partie. Sein Gegner meinte hinterher, dass er in dem Moment vor dem Fehler eigentlich schon remis bieten wollte. Nun hing alles von Manfred Wardenberg am 6. Brett ab. Leider hatte der ein Endspiel zwei Springer plus zwei Bauern gegen Turm und Läufer plus drei Bauern. Eigentlich klar verloren. Doch sein Gegner Hubert Sturm hatte große Schwierigkeiten einen Gewinnweg zu finden, weil Wardenberg sich zäh verteidigte, und stellte dann plötzlich einen Turm ein. Das war der Punkt zum 5:3- Gewinn und plötzlich hatten wir wieder Chancen auf den Klassenerhalt. Doch die Spannung hielt noch fünf weitere Stunden an, bis Varrel 1 endlich sein Ergebnis gegen Nord II –unseren Konkurrenten um den Abstieg- veröffentlichte. Pech für uns, der Kampf ging 4:4 aus. Nun müssen wir auch die letzte Runde gegen Werder V gewinnen. Ziemlich schwierig, da Werder auf Platz eins steht, aber nicht unmöglich, wie schon zahlreiche Partien der Vergangenheit gezeigt haben.

Nichts Erfreuliches gab es auch von den letzten FinWest-Mannschaften zu berichten. Während FinWest 4 sich in der Finalgruppe 1 gegen die starke Mannschaft aus Schwanewede immerhin zwei Remis von Ricarda Rohlf und Rida Boussitou sichern konnte und 1:3 verlor, ging FinWest 5 in der Finalgruppe 2 dieses Mal klar mit 0:4 gegen MTV Riede 2 unter. Das war hier nicht unser Tag.

Joachim Kropp

4. und 5. Runde Mannschaftsmeisterschaft 2022/23

Viel Licht und Schatten brachte die vierte bzw. fünfte Runde des diesjährigen Mannschaftsmeisterschaft. Während die erste Mannschaft von FinWest in Verden bereits zum dritten Sieg kam und damit den nächsten Runden schon etwas gelassener entgegensehen kann, rückt für die Zweite der Abstieg immer näher. Gegen die Bremer SG 2 ging es gegen den direkten Konkurrenten um den letzten Platz. Leider mussten wir auch dieses Mal auf zahlreiche obere Bretter verzichten, was die Aufgabe nicht leichter machte. So zeigte sich unerwartet schnell, dass Thomas Pleuß am dritten Brett (er spielt sonst 5.-7. Brett) doch zu hoch platziert war. Schon nach einer halben Stunde hatte er gegen Robert Klemm das Nachsehen und musste nach einem groben Fehler –der ihm so äußerst selten passiert- aufgeben. Anschließend entwickelte sich aber ein äußerst spannender Kampf. Nach fast drei Stunden musste Manfred Wardenberg im Endspiel Turm gegen Läufer und zwei Bauern zwar ebenfalls die Segel streichen, aber danach gewann zunächst Adrian Messow am achten Brett und kurz nacheinander Joachim Kropp und Jethro Bartels an den oberen Brettern. Beim Gegner herrschten schon große Befürchtungen, dass dieses Kampf zu unseren Gunsten ausgehen könnte. Doch dann mussten Tommy Schulz und David Bodnar ihre Partien, die sehr lange auf Remis gestanden hatten, doch noch aufgeben, sodass das Remis von Frank Nackenhorst dann nur noch zur 3,5:4,5-Niederlage reichte. Immerhin: Theoretisch sind wir immer noch nicht abgestiegen, da auch Bremen-Nord wieder keine Punkte sammeln konnte. Nun muss ein Sieg gegen Achim her.

Umso erfreulicher sieht es dafür für die 3. Und die 4. Mannschaft aus. Durch einen erneuten 4,5:3,5-Sieg in Leherheide konnte wir zwischenzeitlich den ersten Platz erobern (Konkurrent Kirchweyhe hat im Moment einen Kampf weniger absolviert). Damit stehen die Chancen für den Aufstieg in die Stadtliga ausgesprochen gut. Auch die 4. Mannschaft beendete die Vorrunde in der C-Klasse mit einem 2,5:1,5-Sieg gegen Riede und konnte damit den 3. Platz erobern, der zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde berechtigt.

Benjamin Kaufmann und Tammo Stindt gewinnen die Sommerblitzturniere 2022

Am letzten Spielabend vor den Sommerferien fand traditionell unser Sommerblitzturnier für Groß und Klein statt. Bei den „Großen“ setzte sich am Ende sehr souverän unser mehrfacher Vereinsmeister Benjamin Kaufmann vor Ingo Veit durch. Während der dritte Platz von  Manfred Wardenberg noch keine Überraschung war, konnte sich mit Rida Boussitou unser ältester Jugendliche (der allerdings in 4 Monaten 21 wird) erfreulich gut behaupten. Auch unsere anderen beiden Jugendlichen zeigten, dass der Abstand zu den Erwachsenen immer kleiner wird. Obwohl beide aus Zeitgründen nur sechs der acht Runden mitspielen konnten, erreichte Tammo Stindt mit 3:3 Punkten den achten Platz und auch Fritz Geerken konnten sich zweimal durchsetzen und erreichte Platz 11.

Stand nach 
der 8. Runde 
 
RangTeilnehmerTWZ altTeil-nahmenSRVPunkteBuchhSoBergTWZ neu
1Benjamin Kaufmann1500 1/27107.534.533.001600
2Veit, Ingo 1546 2/27017.031.023.501611
3Wardenberg, Manfred1500 2/25125.532.515.751541
4Rida Boussitou1500 1/24134.533.011.751513
5Hartmuth Bock1500 1/24044.037.013.501499
6Kropp, Joachim1470 2/23143.535.011.501465
7Nackenhorst Frank1500 1/22243.036.09.501472
8Stindt, Tammo1500 1/23033.030.09.001500
9Tristan Rienäcker1500 1/23053.029.56.001468
10Bremermann, Bernd1439 2/22062.031.54.501400
11Fritz Geerken1500 1/22042.023.03.001466
12Karl-Heinz Schubert1500 1/21071.032.04.001414

Auch im Kinder- und Jugendturnier ging es sehr spannend zu. Zwar erwies sich Tammo Stindt hier als doch zu stark und konnte das Turnier ohne Punktverlust gewinnen, aber Fritz Geerken konnte den zweiten Platz nur knapp gegen Süleyman Aslantas behaupten, der ebenfalls vier Punkte erreichte. Dass die „Neuen“ sehr um den Anschluss bemüht sind, musste dagegen Enes Gökalp erfahren, der sich erst als Sechster hinter Alikaan Yaramis und Abdi Ahmed einsortieren konnte. Hier die ganze Tabelle (Stand nach 5 Runden):

RangTeilnehmerPunkteBuchholz
1Tammo Stindt5,0 : 0,014,0
2Fritz Geerken4,0 : 1,017,0
3Süleymann Aslantas4,0 : 1,012,5
4Alikaan Yaramis3,0 : 2:015,0
5Abdi Ahmed3,0 : 2:012,5
6Enes Gökalp3,0 : 2:011,5
7Jakow Bremermann3,0 : 2:011,0
8Kerim Gülcenlil2,0 :3,015,0
9Mohamed Kourey2,0 :3,012,5
10Yusef Madani2,0 :3,010,0
11Ernest Nitsche2,0 :3,08,5
12Denis Hadzihalil1,0 : 4,011,5
13Jad Kourey1,0 : 4,011,0

Bericht zur 7. Runde von FinWest 2

7. Runde Stadtliga: FinWest 2 erkämpft Remis beim bisherigen Tabellenführer Varrel 1 Die Reihe der positiven Überraschungen reißt nicht ab. Als klarer Außenseiter nach Varrel gereist, kehrten FinWest 2 mit einem erneuten Punktgewinn zurück. Zwar erwischte Varrel den besseren Start und konnte sogar nach Siegen gegen Harry Baumann, Sören Behrens und Joscha Neutzner mit 3:0 in Führung gehen, aber selbst dieser Zwischenstand sprach eigentlich nur für unsere tolle Mannschaftsmoral. So war Harry Baumann extra angereist, obwohl er schon bald zur Arbeit musste. Doch er wollte die Mannschaft unterstützen und verhindern, dass alle ein Brett höher spielen müssten. Ihm gebührt ebenso der Dank wie Joscha Neutzner, der am Freitag noch seinen Ausfall wegen einer Erkältung angekündigt hatte und nun plötzlich doch am Brett auftauchte.

Als wir nach etwa 3 Stunden die Stellungen abschätzten, konnten wir trotz des 0:3-Rückstandes durchaus optimistisch sein. Wolfgang Jackwerth und Thomas Pleuß hatten jeweils zwei Mehrbauern, Jan Klüver eine Qualität mehr, Joachim Kropp zumindest eine recht gute Stellung und Frank Nackenhorst trotz zweier Minusbauern gute Chancen für ein Remis. Und tatsächlich konnten Jackwerth, Pleuß und Klüver ihre Partie bald darauf gewinnen und zum 3:3 ausgleichen. Leider berechnete Kropp einen Abtausch falsch und musste durch eine Springergabel seinen Läufer für zwei Bauern geben. Nach 4 ½ Stunden ging Varrel deshalb erneut in Führung. In der entscheidenden Partie hatte Nackenhorst seinen Bauern zurückerobert, das Endspiel mit Turm, jeweils vier Bauern und ungleichen Läufern schien mir aber wahrscheinlich remis oder im schlimmsten Fall eher für Bergmann besser zu sein. Doch meinen Rat als Mannschaftsführer remis zu machen lehnte Frank ganz entschieden aber – und er behielt tatsächlich Recht. Nach über fünf Stunden musste sich sein Gegner geschlagen geben. Ein toller Erfolg!

Gez. Joachim Kropp

Bericht zur 6. Runde der 2. Mannschaft

Stadtliga 6. Runde: Fin West 2 gewinnt gegen Werder 5 deutlich mit 6:2


Sturmtief Sabine half unsere Gegner wegzufegen


Am 9.2. fand die 6. Runde der Bremer Mannschaftsmeisterschaft statt. Im Vorfeld hatten einige schon Angst, dass die Partien abgesagt werden müssten. Doch der Wetterbericht behielt Recht und der Sturm kam erst am Nachmittag. Dafür fegten sowohl unsere zweite als auch die dritte ihre Gegner überraschend deutlich vom Brett. Dabei kam uns entgegen, dass
Werder nicht seine beste Mannschaft aufstellen konnte. Trotzdem waren sie von den DWZ- Zahlen immer noch leicht überlegen. Doch nachdem Wolfgang Jackwerth nach 2,5 Stunden in ersten halben Punkt erringen konnte, konnte sich auch Harry Baumann am Spitzenbrett unerwartet gegen Detlef Buse durchsetzen. Da zu diesem Zeitpunkt fast alle Bretter noch ausgeglichen standen, sah es eigentlich nach einem spannenden Kampf aus. So schlug Joachim Kropp am zweiten Brett zunächst ein Remisgebot seines Gegners Hasenberg mannschaftstaktischen Gründen aus.

Doch dann neigte sich die Waage zu unseren Gunsten. Werner Oswald und Jan Klüver punkteten an den hinteren Brettern und Joachim Kropp konnte am zweiten Brett ebenfalls seine Steine zu Erfolg führen. Besonders Jan Klüver spielt bisher eine herausragende Saison. Dieser Sieg war bereits der 4,5. Punkt aus 5 Partien! Nach dem Zwischenstand von 4,5:0,5 konnten wir befreit weiterspielen, aber trotzdem wollten wir auch etwas für unser Brettpunktekonto tun. Deshalb war Joscha Neutzner auch sehr geknickt, als er eine bessere Stellung falsch abwickelte und Werder zu seinem ersten ganzen Brettpunkt kam. Doch unser Angriff war nicht mehr aufzuhalten. Trotz eindeutiger Remisstellung kämpften Sören Behrens und sein Gegner noch über eine Stunde weiter, bevor man sich dann doch auf ein Unentschieden einigte. Letzter war dieses Mal –mal wieder- Thomas Pleuß, der nicht einsehen wollte, dass sein Qualitätsgewinn nicht reichen sollte. Er musste lange suchen, doch am Ende stellte er den 6:2-Sieg sicher. Damit können wir bereits drei Runden vor Schluss auch theoretisch nicht mehr letzter werden. Ein tolles Ergebnis, wenn man bedenkt, dass wir von allen Mannschaften der Stadtliga den schlechtesten DWZ-Schnitt hatten.

Ebenfalls sehr erfreulich war der Auftritt von FinWest 3 gegen LHW 3. Nach Siegen von Thorsten Ahlers, Christoph Redmann, Jan Ricardo Kropp, Horst Grün und Manfred Wardenberg und einem Remis von Wilfried Volbert konnte man den 5,5:2,5-Endstand sicherstellen. Vor der letzten Runde besteht damit sogar noch die theoretische Chance auf den Wiederaufstieg in die A-Klasse, falls die beiden vor uns liegenden Mannschaften ihre letzten Spiele verlieren sollten.


gez. Joachim Kropp

Auf den Kopf gestellt

FinWest I dreht Verbandsliga-Vergleich mit BSG II und holt Remis

Der Schein trügt. Diese Weisheit bewahrheitete sich in der vierten Runde der in der Verbandsliga Nord Niedersachsen/Bremen im Match der zweiten Mannschaft der Bremer Schachgesellscahft und der „Ersten“ der Spielvereinigung FinWest eindrucksvoll.  Und so gelang es FinWest, eine drohende Niederlage noch in ein 4:4 zu verwandeln. 

Dass FinWest einen Manschaftspunkt beim Nachbarn BSG II entführen würde – danach sah es nach zweieinhalb Stunden Spielzeit wirklich nicht aus. Da hatte Benjamin Kaufmann am dritten Brett gerade ein Remis mit Armin Schoene vereinbart und Karsten Ohl versemmelte nebenan gegen den BSGler Thorsten Benecke eine ausgeglichene Stellung.  

Und die Lage an den sechs noch bespielten Brettern? Alles schien ganz eindeutig: Ganz vorne brannte  Ingo Veit ein Offensiv-Feuerwerk gegen Mikhail Tchetchelnitzki ab, während nebenan dessen Vater Boris Tchetchelnitzki den FinWestler Viktor Gesswein gerade in ein ziemlich hoffnungsloses Endspiel drängte. Zwei Bretter tiefer hatte der FinWestler Uwe Körber scheinbar unwiderstehliches Druckspiel mit Dame und Türmen auf der f-Linie und der siebten Reihe gegen den König von Jago Matticzk. Hoffnungslos für FinWest sah es dann wieder an Brett sechs aus, wo Axel Buhrdorf ein ganzes Figurenarsenal gegen die brüchige Rochadestellung von Ali Reza Shabani bei dessen ersten Saisoneinsatz für FinWest aufmarschieren ließ. Aber am nächsten Brett hatte sich Detlef Ryniecki mit Raum- und Bauernvorteil bei munterem Figurenspiel gegen Hayo Hoffer auf die Siegerstraße manövriert. Dass „unten“ bei FinWest dennoch keine echte Freude aufkam, lag am BSGler Robert Klemm, der Pflöcke in die Stellung von Malte Hentrop gerammt hatte und ihm kaum noch Luft zum Atmen ließ. Das alles sah sehr eindeutig aus – und so lag in der Addition eine 3,5:4,5-Niederlage von FinWest in der Luft. 

Doch dann wurden alle gerade geschilderte Partieprognosen widerlegt. Nicht eine der sechs Partie nahm das scheinbar unabwendbare Ende. 

Den Anfang machte Shabani: Aus schierer Verzweiflung opferte er die Qualität und trieb so Buhrdorfs König von „c1“ in die Brettmitte. Dort hätte der BSGler die eigene Dame gegen drei gegnerische Figuren tauschen und so mit Materialvorteil Shabanis Angriff stoppen können. Das aber versäumte Buhrdorf, und so konnte Shabani den König bis zur h-Linie in den Tod durchreichen.

Fast zeitgleich verspielte aber Ryniecki  seine Gewinnstellung gegen Hoffer zu einem Turmendspiel, das „tot remis“ war.  FinWest blieb damit auf der Verluststraße, denn Körbers Dame/Türme-Druckspiel verpuffte wegen einer Schwäche auf seiner Grundreihe.  Materialgewinn ließ sich so nicht realisieren. Darum nur remis.

Dann kippte an Brett eins auch Veits  Königsangriff. Mikhail Tchetchelnitski verteidigte sich zäh, ein Springer, den Veit optimistisch in die gegnerische Königsstellung getrieben hatte, besaß keine Rückfahrkarte und war verloren – also vorne doch kein Siegpunkt für FinWest. Ein paar Minuten lang drohte sogar  eine Klatsche. Doch ausgerechnet die völlig hoffnungslose Lage von Hentrop verwandelte sich ins Gegenteil. Denn Klemm berechnete eine Abwicklung falsch, verlor eine Figur, und seine Stellung brach zusammen.

Jetzt hing alles von Gesswein ab. Und dessen Endspiel gab für Remis-Hoffnungen wenig Anlass. Zwar verringerte er die Zahl seiner Minusbauern von zwei auf einen. Aber der alte Fuchs Boris Tchetchelntski  schien noch genügend Trümpfe in der Hand zu haben. Doch zeigte Gesswein, dass er ein Endspielkünstler ist. Mit einem Zug, den die Zuschauer erstmal für einen schrecklichen Fehlgriff hielten, glich er zwingend zum Unentschieden aus. 

Tschetchelnitzki, Boris - Gesswein, Viktor (VL Nord 2019-2020, 4. Runde)  kleiner.png
Schwarz zieht und hält Remis

Die Lösung: 1… Ke5!! (Weiß gewinnt eine Figur, verliert aber beide Bauern)  2. Sc6+ (na, und!) Kd5 3.Sxb8 Kxc5 4.a5 (oder 4.Sd7+ Kb4 5.Sb6 Ka5) 4… Kb5 5.a6 Kb6 6.Kxb6 Ka7 remis. Das Ganze funktioniert, weil der Springer den Bauern nicht von hinten, sondern nur von vorne decken kann. Andernfalls könnte der schwarze König den Springer nicht von der Deckung des Bauern vertreiben, weil der Bauer dann durchmarschieren würde.

Klar, dass Gesswein damit zum Helden des Tages wurde. Der Mannschaftspunkt war eingefahren.

Karsten Ohl

Verloren – aber nicht untergegangen

FinWest unterliegt Stade im Verbandsliga-Spitzenduell mit 3:5

Das war mal ein ganz neues Verbandsliga-Gefühl für die „Erste“ von FindWest. Statt im Kampf um die nackte Existenz – also gegen den Abstieg – nahmen die Bremer den Spitzenreiter Stade als Tabellenzweiter in Empfang. Bayern gegen Dortmund sozusagen. Und wie in der Fußballbundesliga waren auch die Rollen in der Schachverbandsliga Nord Niedersachsen /Bremen klar verteilt: Bayern bzw. Stade der klare Favorit, Dortmund oder FinWest in der Rolle des Verfolgers. Doch angesichts eines DWZ-Unterschiedes von rund 200 Punkten an den Brettern eins bis sechs sah es nach der Papierform nach einer drohenden Klatsche für FinWest aus. Aber die 3:5-Niederlage hielt sich im Rahmen. Es hätte schlimmer kommen können.

Das deute sich bereits beim schnellen Unentschieden des Findorffers Malte Hentrop an Brett sieben gegen den kaum stärkeren Andreas Dittmann an. Der Blick auf die Stellungen von Hentrops Nebenleuten Detlef Ryniecki und Joachim Kropp verstärkte diesen Eindruck: Ryniecki setzte kleine Vorteile gegen Stades Bernhard Homann in einen fulminanten Königsangriff um, Kropp ließ an Brett gegen ließ an Brett acht gegen Michael Bernd nichts anbrennen – kein Wunder, denn der Boss von Bremen-West war der einzige Spieler im Bremer Team mit einem DWZ-Vorteil.

Ungemach drohte also weiter vorn. Vor allem Karsten Ohl leistete sich an Brett vier gegen Rüdiger Dede ein paar Ungenauigkieten, die der Stader unnachsichtig ausnutzte. Und am Nebenbrett ließ sich Uwe Körber von Dieter Nordorp im Zentrum überspielen. An Brett drei schnürte der Stader Arendt Brümmel Benjamin Kaufmann immer mehr ein, und ganz vorne hielt Christoph Duchhardt für FinWest eine komplizierte und für ihn und seinen Gegner Andreas Hausschild zweischneidige Stellung zunächst im Gleichgewicht. Doch dann , so ergaben eine erste Vor-Ort-Analyse, wickelte Duchhardt einen Figurentausch nicht ganz korrekt ab, die Stellung kippte und mit seiner Niederlage schien FinWest ins Unglück zu schlittern. Daran schien auch ein sicheres Remis von Viktor Gesswein an Brett zwei gegen Tobias Dittmann nichts zu ändern. Zwar fuhr Ryniecki die Ernte seines Angriffs mit Damengewinn gegen Turm und Läufer ein und siegte mit einer sauberen Leistung aus einem Guss, und auch Kropp steuerte noch einen halben Punkt durch eine schwächelose Stellung bei. Doch Ohl musste sich bald geschlagen geben, Kaufmanns konnte sich der gegnerischen Invasion nicht erwehren und Körber hatte eine glatte Verluststellung. Doch als sein Gegner sich zu sicher fühlte, gelang dem Findorffer ein Gegenschlag, der mit einem verkraftbaren Minusbauern bei ungleichfarbigen Läufern endete. Und solche Endspiele pflegen nun mal im Remis zu enden. Damit tat das 5:3 für Stade den FinWestlern nicht wirklich weh.

Karsten Ohl

FinWest I mit Verbandsliga-Krimi

Beim knappen Sieg in Verden stockte der Atem

Dieses Match wird keine der beiden Mannschaften so schnell vergessen. An sieben der acht Bretter lief im Vergleich von Verden I und FinWest I alles so, wie Schach-Mannschaftskämpfe eben laufen. Aber an Brett acht war alles anders. Fast zwanzig Züge lang Extremzeitnot, Beide Könige in Mattnetzen gefangen, komplizierteste Verwicklungen, die sekundenschnell bewältigt werden mussten. Und dann ein unglückliches Ende für Verden. Der tragische Held des Tages: der Verdener Fabian Wetjen, der glückliche Held: der Findorffer Sören Behrens. Der Respekt der Zuschauer galt beiden. Dass FinWest mit 4,5:3,5 die Oberhand behielt, war schon fast Nebensache. Aber eine Nebensache, die die Bremer strahlen ließ – und als Tabellenzweiter ein ungewohntes FinWest-Gefühl aufkommen ließ: Endlich mal keine Abstiegssorgen!

Zwei nach der Papierform ziemlich gleichwertige Teams traten in der zweiten Runde der Verbandsliga Niedersachsen/Bremen aufeinander. Und so ging nach schnellen Unentschieden zwischen dem FinWestler Benjam Kaufmann und dem Verdener Michael Hävecker sowie des Bremers Karsten Ohl gegen Torsten Vetter an den Brettern drei und vier alles den erwarteten Gang. Kurz darauf trickste Viktor Gesswein an Brett zwei den Verdener Ulf-Thea Fuhrmeister aus, indem er den Angriff auf seine Dame cool ignorierte, eine Gegendrohung aufstellte und damit eine Figur und die Partie gewann.

Aber die Führung der Bremer währte nicht lange. Malte Hentrop setzte an Brett sieben seine Dame weit unter Wert für das Decken von Bauern ein, übersah in deshalb schlechter Stellung eine Drohung der Verdeners Herbert Campe und weg war der Punkt. Dann konnten Detlef Ryniecki (an Brett sechs gegen Olaf Schmidt) und Uwe Körber (gegen Harald Palmer an Brett sechs) Stellungsvorteile nicht zu ganzen Punkten und damit zur Führung für FinWest umsetzen. Also jeweils Unentscheiden. Das Remis von Christoph Duchhardt am Spitzenbrett war mit genauer Verteidigung sogar schwer erkämpft, weil Verdens Matthias Westphal heftigen Druck gegen den weißen König erzeugt hatte. Also erstmal 3,5:3,5.

Doch nun konzentrierte sich nach soviel schiedlicher Friedlichkeit umso mehr Dramatik am letzten Brett. Dort hatte Fabian Wetjen mit Weiß Sören Behrens am Königsflügel überspielt. Aber der Bremer widersetzte sich dem scheinbar unaufhaltsamen Untergang. Behrens investierte eine Figur und mehrere Bauern, bis plötzlich der unrochierte weiße König in einem Mattnetz vom schwarzen Trio Dame, Turm und Läufer verharren musste. Und beide mussten sich mit kompliziertesten Fragen auseinandersetzen. Gab es für den materiell übermächtigen Weißen Opfermöglichkeiten, um der schwarzen Mattmaschine zuvor zu kommen? Konnte der schwarze König sich einen einzigen Zug lang vor weißen Mattdrohungen abschirmen, um der schwarzen Dame einen tödlichen Hieb zu ermöglichen? Mehrfach führten die Kontrahenten ihre Züge buchstäblich in letzter Sekunde aus, und in der Traube der Mannschaftskollegen, die Brett acht umstanden, war niemand, der in die Rolle von Behrens oder Wetjen schlüpfen wollte. Der fand trotz alledem die Rettungsgasse. Er opferte die Mehrfigur und ein paar Bauern und verstellte erst der Bremer Armada einen Zug lang den Weg, lenkte dann die Dame ab, tauschte sie ab und erlangte eine Gewinnstellung fürs Endspiel. Doch dann das Unfassbare: den Gewinnzug führte er einen Sekundenbruchteil zu spät aus. Zeitüberschreitung, aus, vorbei, Sieg für Behrens, 4,5:3,5 für FinWest. So spannend kann Schach sein.

Karsten Ohl