FinWest 3 kommt den Aufstieg immer näher

Auch am 6. Spieltag war die dritte FinWest-Mannschaft nicht zu stoppen. Dieses Mal  war Werder VI in der A-Klasse der Gegner, der sogar mit 7:1 unter die Räder kam. Ein sicherlich mehr als klares Ergebnis, dass allerdings einer kleinen Anekdote Wert war. Denn am ersten Brett hatte unser Hauke Thissen eine akute Zeitnotstellung, in der tatsächlich das Plättchen schon im 35. Zug fiel. Doch sein Gegner war ebenfalls so vertieft in die Partie, dass er das Fallen nicht bemerkte – und im 40. Zug von Ernst mattgesetzt wurde. Da kann man sich die Aufregung bei den umstehenden Kiebitzen gut vorstellen. Durch den 6. Sieg übernahm FinWest 3 die alleinige Tabellenführung, da gleichzeitig Kirchweyhe 3 gegen LHW 2 einen Punkt abgeben musste. Nun fehlt noch ein Sieg um den Aufstieg in die Stadtliga perfekt zu machen oder LHW 2 verliert einen der letzten drei Kämpfe.

Unerwartet erfolgreich ist auch weiterhin FinWest 1 in der Verbandsliga, die sich gegen Leherheide 1 erneut mit 4,5:3,5 durchsetzen konnten und nun mit 8:2 Punkten Platz 3 belegen. Zwar geht es noch gegen die drei stärksten Mannschaften, aber schon jetzt ist das Saisonziel mehr als erfüllt.

An Spannung nicht mehr zu überbieten war der Mannschaftskampf von FinWest 2 bei den Schachfreunden Achimin der Stadtliga. Zwar lief zunächst alles für uns und wir konnten nach Siegen von Adrian Messow und Sören Pieper und zwei Unterentschieden von David Bodnar und Ruzbeh Dehbozorgi bereits von einem Sieg träumen, da Jethro Bartel am ersten Brett eine Qualität und zeitweise zwei Bauern mehr hatte, aber dann wurde es noch einmal spannend. Durch starkes Druckspiel seines 150-DWZ-Punkte besseren Gegners Freudenthal konnte Jethro nur in ein Endspiel mit Läufer und drei Bauern auf beiden Seiten abwickeln und uns schwante schon Böses. Doch Bartel gewann das Endspiel doch noch souverän und so stand es plötzlich 4:2 für uns. Doch die Dramatik ließ nicht nach. Jan Klüver hatte ein Endspiel Turm und einen Bauern gegen Turm und zwei Bauern. Die Bauern standen sich gegenüber, sodass wir alle mit einem Remis rechneten. Doch in akuter Zeit unterlief ihm dann doch noch ein Fehler und er verlor die Partie. Sein Gegner meinte hinterher, dass er in dem Moment vor dem Fehler eigentlich schon remis bieten wollte. Nun hing alles von Manfred Wardenberg am 6. Brett ab. Leider hatte der ein Endspiel zwei Springer plus zwei Bauern gegen Turm und Läufer plus drei Bauern. Eigentlich klar verloren. Doch sein Gegner Hubert Sturm hatte große Schwierigkeiten einen Gewinnweg zu finden, weil Wardenberg sich zäh verteidigte, und stellte dann plötzlich einen Turm ein. Das war der Punkt zum 5:3- Gewinn und plötzlich hatten wir wieder Chancen auf den Klassenerhalt. Doch die Spannung hielt noch fünf weitere Stunden an, bis Varrel 1 endlich sein Ergebnis gegen Nord II –unseren Konkurrenten um den Abstieg- veröffentlichte. Pech für uns, der Kampf ging 4:4 aus. Nun müssen wir auch die letzte Runde gegen Werder V gewinnen. Ziemlich schwierig, da Werder auf Platz eins steht, aber nicht unmöglich, wie schon zahlreiche Partien der Vergangenheit gezeigt haben.

Nichts Erfreuliches gab es auch von den letzten FinWest-Mannschaften zu berichten. Während FinWest 4 sich in der Finalgruppe 1 gegen die starke Mannschaft aus Schwanewede immerhin zwei Remis von Ricarda Rohlf und Rida Boussitou sichern konnte und 1:3 verlor, ging FinWest 5 in der Finalgruppe 2 dieses Mal klar mit 0:4 gegen MTV Riede 2 unter. Das war hier nicht unser Tag.

Joachim Kropp

Benjamin Kaufmann und Tammo Stindt gewinnen die Sommerblitzturniere 2022

Am letzten Spielabend vor den Sommerferien fand traditionell unser Sommerblitzturnier für Groß und Klein statt. Bei den „Großen“ setzte sich am Ende sehr souverän unser mehrfacher Vereinsmeister Benjamin Kaufmann vor Ingo Veit durch. Während der dritte Platz von  Manfred Wardenberg noch keine Überraschung war, konnte sich mit Rida Boussitou unser ältester Jugendliche (der allerdings in 4 Monaten 21 wird) erfreulich gut behaupten. Auch unsere anderen beiden Jugendlichen zeigten, dass der Abstand zu den Erwachsenen immer kleiner wird. Obwohl beide aus Zeitgründen nur sechs der acht Runden mitspielen konnten, erreichte Tammo Stindt mit 3:3 Punkten den achten Platz und auch Fritz Geerken konnten sich zweimal durchsetzen und erreichte Platz 11.

Stand nach 
der 8. Runde 
 
RangTeilnehmerTWZ altTeil-nahmenSRVPunkteBuchhSoBergTWZ neu
1Benjamin Kaufmann1500 1/27107.534.533.001600
2Veit, Ingo 1546 2/27017.031.023.501611
3Wardenberg, Manfred1500 2/25125.532.515.751541
4Rida Boussitou1500 1/24134.533.011.751513
5Hartmuth Bock1500 1/24044.037.013.501499
6Kropp, Joachim1470 2/23143.535.011.501465
7Nackenhorst Frank1500 1/22243.036.09.501472
8Stindt, Tammo1500 1/23033.030.09.001500
9Tristan Rienäcker1500 1/23053.029.56.001468
10Bremermann, Bernd1439 2/22062.031.54.501400
11Fritz Geerken1500 1/22042.023.03.001466
12Karl-Heinz Schubert1500 1/21071.032.04.001414

Auch im Kinder- und Jugendturnier ging es sehr spannend zu. Zwar erwies sich Tammo Stindt hier als doch zu stark und konnte das Turnier ohne Punktverlust gewinnen, aber Fritz Geerken konnte den zweiten Platz nur knapp gegen Süleyman Aslantas behaupten, der ebenfalls vier Punkte erreichte. Dass die „Neuen“ sehr um den Anschluss bemüht sind, musste dagegen Enes Gökalp erfahren, der sich erst als Sechster hinter Alikaan Yaramis und Abdi Ahmed einsortieren konnte. Hier die ganze Tabelle (Stand nach 5 Runden):

RangTeilnehmerPunkteBuchholz
1Tammo Stindt5,0 : 0,014,0
2Fritz Geerken4,0 : 1,017,0
3Süleymann Aslantas4,0 : 1,012,5
4Alikaan Yaramis3,0 : 2:015,0
5Abdi Ahmed3,0 : 2:012,5
6Enes Gökalp3,0 : 2:011,5
7Jakow Bremermann3,0 : 2:011,0
8Kerim Gülcenlil2,0 :3,015,0
9Mohamed Kourey2,0 :3,012,5
10Yusef Madani2,0 :3,010,0
11Ernest Nitsche2,0 :3,08,5
12Denis Hadzihalil1,0 : 4,011,5
13Jad Kourey1,0 : 4,011,0

Auf den Kopf gestellt

FinWest I dreht Verbandsliga-Vergleich mit BSG II und holt Remis

Der Schein trügt. Diese Weisheit bewahrheitete sich in der vierten Runde der in der Verbandsliga Nord Niedersachsen/Bremen im Match der zweiten Mannschaft der Bremer Schachgesellscahft und der „Ersten“ der Spielvereinigung FinWest eindrucksvoll.  Und so gelang es FinWest, eine drohende Niederlage noch in ein 4:4 zu verwandeln. 

Dass FinWest einen Manschaftspunkt beim Nachbarn BSG II entführen würde – danach sah es nach zweieinhalb Stunden Spielzeit wirklich nicht aus. Da hatte Benjamin Kaufmann am dritten Brett gerade ein Remis mit Armin Schoene vereinbart und Karsten Ohl versemmelte nebenan gegen den BSGler Thorsten Benecke eine ausgeglichene Stellung.  

Und die Lage an den sechs noch bespielten Brettern? Alles schien ganz eindeutig: Ganz vorne brannte  Ingo Veit ein Offensiv-Feuerwerk gegen Mikhail Tchetchelnitzki ab, während nebenan dessen Vater Boris Tchetchelnitzki den FinWestler Viktor Gesswein gerade in ein ziemlich hoffnungsloses Endspiel drängte. Zwei Bretter tiefer hatte der FinWestler Uwe Körber scheinbar unwiderstehliches Druckspiel mit Dame und Türmen auf der f-Linie und der siebten Reihe gegen den König von Jago Matticzk. Hoffnungslos für FinWest sah es dann wieder an Brett sechs aus, wo Axel Buhrdorf ein ganzes Figurenarsenal gegen die brüchige Rochadestellung von Ali Reza Shabani bei dessen ersten Saisoneinsatz für FinWest aufmarschieren ließ. Aber am nächsten Brett hatte sich Detlef Ryniecki mit Raum- und Bauernvorteil bei munterem Figurenspiel gegen Hayo Hoffer auf die Siegerstraße manövriert. Dass „unten“ bei FinWest dennoch keine echte Freude aufkam, lag am BSGler Robert Klemm, der Pflöcke in die Stellung von Malte Hentrop gerammt hatte und ihm kaum noch Luft zum Atmen ließ. Das alles sah sehr eindeutig aus – und so lag in der Addition eine 3,5:4,5-Niederlage von FinWest in der Luft. 

Doch dann wurden alle gerade geschilderte Partieprognosen widerlegt. Nicht eine der sechs Partie nahm das scheinbar unabwendbare Ende. 

Den Anfang machte Shabani: Aus schierer Verzweiflung opferte er die Qualität und trieb so Buhrdorfs König von „c1“ in die Brettmitte. Dort hätte der BSGler die eigene Dame gegen drei gegnerische Figuren tauschen und so mit Materialvorteil Shabanis Angriff stoppen können. Das aber versäumte Buhrdorf, und so konnte Shabani den König bis zur h-Linie in den Tod durchreichen.

Fast zeitgleich verspielte aber Ryniecki  seine Gewinnstellung gegen Hoffer zu einem Turmendspiel, das „tot remis“ war.  FinWest blieb damit auf der Verluststraße, denn Körbers Dame/Türme-Druckspiel verpuffte wegen einer Schwäche auf seiner Grundreihe.  Materialgewinn ließ sich so nicht realisieren. Darum nur remis.

Dann kippte an Brett eins auch Veits  Königsangriff. Mikhail Tchetchelnitski verteidigte sich zäh, ein Springer, den Veit optimistisch in die gegnerische Königsstellung getrieben hatte, besaß keine Rückfahrkarte und war verloren – also vorne doch kein Siegpunkt für FinWest. Ein paar Minuten lang drohte sogar  eine Klatsche. Doch ausgerechnet die völlig hoffnungslose Lage von Hentrop verwandelte sich ins Gegenteil. Denn Klemm berechnete eine Abwicklung falsch, verlor eine Figur, und seine Stellung brach zusammen.

Jetzt hing alles von Gesswein ab. Und dessen Endspiel gab für Remis-Hoffnungen wenig Anlass. Zwar verringerte er die Zahl seiner Minusbauern von zwei auf einen. Aber der alte Fuchs Boris Tchetchelntski  schien noch genügend Trümpfe in der Hand zu haben. Doch zeigte Gesswein, dass er ein Endspielkünstler ist. Mit einem Zug, den die Zuschauer erstmal für einen schrecklichen Fehlgriff hielten, glich er zwingend zum Unentschieden aus. 

Tschetchelnitzki, Boris - Gesswein, Viktor (VL Nord 2019-2020, 4. Runde)  kleiner.png
Schwarz zieht und hält Remis

Die Lösung: 1… Ke5!! (Weiß gewinnt eine Figur, verliert aber beide Bauern)  2. Sc6+ (na, und!) Kd5 3.Sxb8 Kxc5 4.a5 (oder 4.Sd7+ Kb4 5.Sb6 Ka5) 4… Kb5 5.a6 Kb6 6.Kxb6 Ka7 remis. Das Ganze funktioniert, weil der Springer den Bauern nicht von hinten, sondern nur von vorne decken kann. Andernfalls könnte der schwarze König den Springer nicht von der Deckung des Bauern vertreiben, weil der Bauer dann durchmarschieren würde.

Klar, dass Gesswein damit zum Helden des Tages wurde. Der Mannschaftspunkt war eingefahren.

Karsten Ohl

Verloren – aber nicht untergegangen

FinWest unterliegt Stade im Verbandsliga-Spitzenduell mit 3:5

Das war mal ein ganz neues Verbandsliga-Gefühl für die „Erste“ von FindWest. Statt im Kampf um die nackte Existenz – also gegen den Abstieg – nahmen die Bremer den Spitzenreiter Stade als Tabellenzweiter in Empfang. Bayern gegen Dortmund sozusagen. Und wie in der Fußballbundesliga waren auch die Rollen in der Schachverbandsliga Nord Niedersachsen /Bremen klar verteilt: Bayern bzw. Stade der klare Favorit, Dortmund oder FinWest in der Rolle des Verfolgers. Doch angesichts eines DWZ-Unterschiedes von rund 200 Punkten an den Brettern eins bis sechs sah es nach der Papierform nach einer drohenden Klatsche für FinWest aus. Aber die 3:5-Niederlage hielt sich im Rahmen. Es hätte schlimmer kommen können.

Das deute sich bereits beim schnellen Unentschieden des Findorffers Malte Hentrop an Brett sieben gegen den kaum stärkeren Andreas Dittmann an. Der Blick auf die Stellungen von Hentrops Nebenleuten Detlef Ryniecki und Joachim Kropp verstärkte diesen Eindruck: Ryniecki setzte kleine Vorteile gegen Stades Bernhard Homann in einen fulminanten Königsangriff um, Kropp ließ an Brett gegen ließ an Brett acht gegen Michael Bernd nichts anbrennen – kein Wunder, denn der Boss von Bremen-West war der einzige Spieler im Bremer Team mit einem DWZ-Vorteil.

Ungemach drohte also weiter vorn. Vor allem Karsten Ohl leistete sich an Brett vier gegen Rüdiger Dede ein paar Ungenauigkieten, die der Stader unnachsichtig ausnutzte. Und am Nebenbrett ließ sich Uwe Körber von Dieter Nordorp im Zentrum überspielen. An Brett drei schnürte der Stader Arendt Brümmel Benjamin Kaufmann immer mehr ein, und ganz vorne hielt Christoph Duchhardt für FinWest eine komplizierte und für ihn und seinen Gegner Andreas Hausschild zweischneidige Stellung zunächst im Gleichgewicht. Doch dann , so ergaben eine erste Vor-Ort-Analyse, wickelte Duchhardt einen Figurentausch nicht ganz korrekt ab, die Stellung kippte und mit seiner Niederlage schien FinWest ins Unglück zu schlittern. Daran schien auch ein sicheres Remis von Viktor Gesswein an Brett zwei gegen Tobias Dittmann nichts zu ändern. Zwar fuhr Ryniecki die Ernte seines Angriffs mit Damengewinn gegen Turm und Läufer ein und siegte mit einer sauberen Leistung aus einem Guss, und auch Kropp steuerte noch einen halben Punkt durch eine schwächelose Stellung bei. Doch Ohl musste sich bald geschlagen geben, Kaufmanns konnte sich der gegnerischen Invasion nicht erwehren und Körber hatte eine glatte Verluststellung. Doch als sein Gegner sich zu sicher fühlte, gelang dem Findorffer ein Gegenschlag, der mit einem verkraftbaren Minusbauern bei ungleichfarbigen Läufern endete. Und solche Endspiele pflegen nun mal im Remis zu enden. Damit tat das 5:3 für Stade den FinWestlern nicht wirklich weh.

Karsten Ohl

FinWest I mit Verbandsliga-Krimi

Beim knappen Sieg in Verden stockte der Atem

Dieses Match wird keine der beiden Mannschaften so schnell vergessen. An sieben der acht Bretter lief im Vergleich von Verden I und FinWest I alles so, wie Schach-Mannschaftskämpfe eben laufen. Aber an Brett acht war alles anders. Fast zwanzig Züge lang Extremzeitnot, Beide Könige in Mattnetzen gefangen, komplizierteste Verwicklungen, die sekundenschnell bewältigt werden mussten. Und dann ein unglückliches Ende für Verden. Der tragische Held des Tages: der Verdener Fabian Wetjen, der glückliche Held: der Findorffer Sören Behrens. Der Respekt der Zuschauer galt beiden. Dass FinWest mit 4,5:3,5 die Oberhand behielt, war schon fast Nebensache. Aber eine Nebensache, die die Bremer strahlen ließ – und als Tabellenzweiter ein ungewohntes FinWest-Gefühl aufkommen ließ: Endlich mal keine Abstiegssorgen!

Zwei nach der Papierform ziemlich gleichwertige Teams traten in der zweiten Runde der Verbandsliga Niedersachsen/Bremen aufeinander. Und so ging nach schnellen Unentschieden zwischen dem FinWestler Benjam Kaufmann und dem Verdener Michael Hävecker sowie des Bremers Karsten Ohl gegen Torsten Vetter an den Brettern drei und vier alles den erwarteten Gang. Kurz darauf trickste Viktor Gesswein an Brett zwei den Verdener Ulf-Thea Fuhrmeister aus, indem er den Angriff auf seine Dame cool ignorierte, eine Gegendrohung aufstellte und damit eine Figur und die Partie gewann.

Aber die Führung der Bremer währte nicht lange. Malte Hentrop setzte an Brett sieben seine Dame weit unter Wert für das Decken von Bauern ein, übersah in deshalb schlechter Stellung eine Drohung der Verdeners Herbert Campe und weg war der Punkt. Dann konnten Detlef Ryniecki (an Brett sechs gegen Olaf Schmidt) und Uwe Körber (gegen Harald Palmer an Brett sechs) Stellungsvorteile nicht zu ganzen Punkten und damit zur Führung für FinWest umsetzen. Also jeweils Unentscheiden. Das Remis von Christoph Duchhardt am Spitzenbrett war mit genauer Verteidigung sogar schwer erkämpft, weil Verdens Matthias Westphal heftigen Druck gegen den weißen König erzeugt hatte. Also erstmal 3,5:3,5.

Doch nun konzentrierte sich nach soviel schiedlicher Friedlichkeit umso mehr Dramatik am letzten Brett. Dort hatte Fabian Wetjen mit Weiß Sören Behrens am Königsflügel überspielt. Aber der Bremer widersetzte sich dem scheinbar unaufhaltsamen Untergang. Behrens investierte eine Figur und mehrere Bauern, bis plötzlich der unrochierte weiße König in einem Mattnetz vom schwarzen Trio Dame, Turm und Läufer verharren musste. Und beide mussten sich mit kompliziertesten Fragen auseinandersetzen. Gab es für den materiell übermächtigen Weißen Opfermöglichkeiten, um der schwarzen Mattmaschine zuvor zu kommen? Konnte der schwarze König sich einen einzigen Zug lang vor weißen Mattdrohungen abschirmen, um der schwarzen Dame einen tödlichen Hieb zu ermöglichen? Mehrfach führten die Kontrahenten ihre Züge buchstäblich in letzter Sekunde aus, und in der Traube der Mannschaftskollegen, die Brett acht umstanden, war niemand, der in die Rolle von Behrens oder Wetjen schlüpfen wollte. Der fand trotz alledem die Rettungsgasse. Er opferte die Mehrfigur und ein paar Bauern und verstellte erst der Bremer Armada einen Zug lang den Weg, lenkte dann die Dame ab, tauschte sie ab und erlangte eine Gewinnstellung fürs Endspiel. Doch dann das Unfassbare: den Gewinnzug führte er einen Sekundenbruchteil zu spät aus. Zeitüberschreitung, aus, vorbei, Sieg für Behrens, 4,5:3,5 für FinWest. So spannend kann Schach sein.

Karsten Ohl

Katastrophe mit Ansage FinWest I bangt nach 1:7 gegen Bremen-Nord um Klassenerhalt

Es kam wie erwartet. FinWest I hatte schon im Vorfeld des Kampfes gegen die hoch favorisierte Verbandsliga-Auswahl des Bremer Nachbarn eine Niederlage eingeplant. Die Überlegenheit von Bremen-Nord I schien so deutlich, dass die „Erste“ von FinWest sogar darauf verzichtete, die Zweite in der Stadtliga durch Abzug einiger Spieler zu schwächen. Ein Brett blieb gar unbesetzt. Dennoch: Die erwartete Niederlage tat in dieser Höhe weh. Zumal Tabellenschlusslicht Lüneburg zuhause überraschend gegen Verden gewann und FinWest damit bis auf ein Zählerchen auf den Pelz rückte.

Vom ersten bis zum letzten Brett waren die acht Bremen-Norder den sieben FinWestlern überlegen. Und so ist die Geschichte der Niederlage schnell erzählt. Karsten Ohl (an Brett drei gegen Arne Döscher), Felix Lanfermann (Brett vier gegen Robert Kosak), Ali Reza Shabani (Brett fünf gegen Thorsten Döscher ) und FinWest-I-Debütant Joachim Kropp (Brett acht gegen Khaled Bagh) gingen zügig sang und klanglos unter. Erwähnenswert aus Sicht von FinWest waren daher nur drei Partien: Sören Behrens behielt an Brett sieben in einer verwickelten Angriffspartie gegen Hans Bleecke die Übersicht. Erst in der Analyse kamen die vielen Klippen zum Vorschein. Umso bemerkenswerter das Remis des Findorffers.

Kurz darauf bewies Viktor Gesswein am Spitzenbrett, weshalb er den Ruf eines Endspielkillers hat. In schwieriger Lage opfert er eine Figur für zwei verbundene Freibauern und eine mattanfällige Grundreihe seines Widersachers Sebastian Bleeke. Das reichte zwar nicht ganz zum einzigen Siegpunkt der Gastgeber, aber immerhin zum Remis. Unterdessen schien auch an Brett sechs ein Erfolg für Uwe Körber denkbar. Ungleichfarbige Läufer wurden in der Partie gegen Gerhard Lunkmoos ihrem Ruf als Angriffsturbo gerecht – und zwar zunächst für Körber. Doch Lunkmoos verteidigte sich geschickt, bekam die Initiative und zerlegte den Findorffer. Also 1:7 für Bremen-Nord. Retten könnten die FinWest jetzt noch zwei Mannschaftspunkte – und die Aussicht auf nur einen Absteiger aus der Verbandsliga. Denn aus der Staffel Nord drohen keine Verdrängungseffekte aus der Landesliga. Also wenigstens ein kleiner Silberstreifen am Horizont.

Sehr viel besser lief es wieder für die Zweite, die sich gegen die Zweite von Bremen-Nord mit 5:3 durchsetzen konnte. Leider liegt hier kein Spielbericht vor.

Pflichtaufgabe in Lüneburg erfüllt

Wieder Chance für FinWest I auf Klassenerhalt in Verbandsliga

Durch einen nie gefährdeten Sieg bei Turm Lüneburg kann FinWest I wieder hoffen, der Verbandsliga Niedersachsen Nord/Bremen erhalten zu bleiben. Der 5,5:2,5-Erfolg der Bremer entsprach ziemlich genau dem Spielstärkeverhältnis beider Teams nach DWZ. Nach dem Verlauf der Partien hätte der Sieg von FinWest sogar noch höher ausfallen müssen.

Lediglich an den ersten drei Brettern waren die auch diesmal wieder ersatzgeschwächten Lüneburger nach der Papierlage leicht favorisiert. Die folgenden fünf Bretter allerdings ließen die Bremer vorn erwarten. Und so war schon der Start ganz nach deren Geschmack: Am Spitzenbrett sah es zwischen Christoph Duchhardt (FinWest) und Stefan Becker zunächst spannend und verwickelt aus. Doch nach Stellungsvereinfachung und Figurentausch war die Luft raus. Also zügig remis. Nach dem gleichen Schema kam Minuten später das Unentschieden an Brett drei zwischen Benjamin Kaufmann und dem Lüneburger Alexander Schlösser zustande.

Die anderen Bretter gaben aus FinWest-Sicht Anlass zu den schönsten Hoffnungen. An Brett überspielt Viktor Gesswein das Lüneburger Supertalent Jeremy Hommer, der mit seinen zwölf Jahren schon eine DWZ von 2010 hat. Wenig später musste der Youngster sogar eine Figur fürs Überleben geben. Ebenso zielstrebig erspielte sich Felix Lanfermann an Brett fünf Raumvorteil und Angriff gegen den Lüneburgrer Jan Redenius, nebenan drückte Uwe Körber von FinWest Eckard Suliga an die Wand. An Brett sieben schickte sich der Bremer Sören Behrens gegen Bjarne Jessen an, alles klar zu machen, und unten erspielte sich Thorsten Ahlers erst Stellungsüberlegenheit und dann ein Figurenplus gegen Hans Christian Friedrichsen. Anlass zur Sorge bot nur Brett vier, wo Karsten Ohl gegen Guido Nolte gedrückt und passiv stand.

Nach rund zwei Stunden zeichnete sich damit ein deutlicher Sieg für FinWest ab. Der Weg dahin bot aber noch einige Überraschungen: Zwar fuhren Lanfermann und Ahlers die Ernte schnell für FinWest ein. Und Körbers Weg zum Matt brachte dem Bremer sogar den bewundernden Spontanausruf „Schönheitspreis“ eines Lüneburgers ein. Aber dass Ohl sich im Mittelspiel ausgerechnet mit einem Zug seiner schwarzen Dame nach a8 aus der Umklammerung im Zentrum befreien und damit seinerseits Druckspiel und Mehrbauern erhielt, war schon skurril. Der entnervte Nolte stellte verschreckt die Dame ein und schon führte FinWest uneinholbar 5:1. Aber der nun greifbar nahe Kantersieg kam dennoch nicht zustande: Behrens ließ sich zu einem unvorteilhaften Damentausch verleiten, was dem Gegner prächtiges Figurenspiel und schließlich einen Bauerngewinn nach dem anderen bescherte. Also eine „Null“ für FinWest. Und der junge Jeremy bewies gegen Gesswein, dass man auch schon mit 12 Jahren cool und abgebrüht wie ein Profi spielen kann. Die Folge: Der Bremer Oldie konnte seinen Figurenvorteil nicht umsetzen. Erst drohte ihm in einem Endspiel trotz Plusspringer bei jeweils einem Bauern und ungleichfarbigen Läufern ein Zwangsremis durch die 50-Züge-Regel. Und als Gesswein den Bauern seines Gegners schließlich eroberte, gab das Jungtalent auch noch seinen Läufer für Gessweins letzten Bauern. Damit wurde er vom Alptraum jedes Schachspielers heimgesucht: mit Läufer und Springer mattsetzen zu müssen. Aber ausgerechnet der Endspielkünstler im Bremer Team strauchelte – nach fast fünf Stunden Spielzeit und 134 (!) Zügen „war der Kopf leer“, wie Gesswein auf der Rückfahrt sagte. Dennoch überwog die Freude in der Mannschaft, unter dem Strich doch noch Siege erringen zu können.

Keine Wende im Abstiegskampf Verbandsliga: FinWest unterliegt Verden 3:5

Die Ausgangslage war beiden Mannschaften klar: Wer in der kommenden Saison wieder in der Verbandsliga antreten will, sollte diesen Kampf unbedingt gewinnen. Entsprechend traten FinWest I und der SK Verden in Runde fünf fast in Bestbesetzung an. Beide Teams bekamen sieben der ersten acht Ranglistennummern an die Bretter. Und bei FinWest war selbst Brett acht noch ein „Neunzehnhunderter“, denn Mannschaftsführer Uwe Körber hatte den Spitzenspieler der Zweiten, Ingo Veit, für diesen bedeutsamen Kampf losgeeist. Aber die personelle Vorarbeit brachte im Abstiegskampf nicht die Wende: Verden war an sechs der acht Bretter stärker besetzt als FinWest. Kein Wunder, dass der Vergleich mit 3:5 verloren ging. Die Bremer Gastgeber rutschten damit auf einen Abstiegsplatz. Verden dagegen entledigte sich aller Sorgen.

Mehr als zwei Stunden lang schien der Kampf im Gleichgewicht: Durchweg ausgeglichene Stellungen, allenfalls Uwe Körber (an Brett sieben gegen Fabian Wetjen) und Karsten Ohl (an Brett vier gegen Torsten Vetter) hatten vorteilhafte Stellungen, andererseits hatte Bejamin Kaufmann ein Brett weiter oben gegen Ulf-Theo Fuhrmeister rückständige und angreifbare Zentrumsbauern an der Backe. Schnelle Remis-Vereinbarungen an den beiden Spitzenbrettern durch Viktor Gesswein und Christoph Duchhardt mit den Gästen Frank Strüßmann und Matthias Westphal waren da nur logisch. Doch plötzlich wurde es schier aussichtslos für FinWest: An Brett fünf reagierte Felix Lanfermann verschreckt auf ein Opfer des Verdeners Harald Palmer. Statt frech anzunehmen, lehnte Lanfermann das Materialangebot bescheiden ab und ging prompt unter. Und kurz darauf war Kaufmanns Dame mit der Abwehr der gegnerischen Zentrumsangriffe überlastet. Schon lag FinWest 1:3 zurück.

Als Ohl dann keine Möglichkeit sah, seinen Positionsvorteil gegen die umsichtige Verteidigung seines Gegners in handfesten Vorteil umzumünzen, ging er schließlich auf ein Remisangebot von Vetter ein – und ebnete Verden damit den Zieleinlauf. Denn Ingo Veit am achten Brett verlor gegen Herbert Campe erst einen Bauern und schlidderte dann in einen Angriffswirbel seines Kontrahenten Herbert Campe. 250 DWZ-Punkte Unterschied zugunsten des Bremers nützen da auch nichts mehr, Campes Sieg brachte Verden uneinholbar in Führung. Selbst Körbers voller Punkt durch cooles Austempieren in einem Bauernendspiel hatte da nur noch statistischen Wert, ebenso wie Ali Reza Shabanis Remis in scheinbar aussichtsloser Stellung gegen Jan-Hendrik Schiller. Der verhedderte sich nach einem Angriffswirbel und ließ sich mit dreimaliger Zugwiederholung austricksen. So kam FinWest letztlich noch glimpflich davon. Aber zwei dringend benötigte Mannschaftspunkte sind weg.

Karsten Ohl

Auf verlorenem Posten Klare Verbandsliga-Niederlage von FinWest I gegen Werder IV

Es kam wie erwartet. „Wenn Werder IV auch nur annähernd in stärkster Besetzung antritt, stehen wir auf verlorenem Posten“, war man sich bei FinWest I vor der Verbandsligabegegnung gegen die Bremer Nachbarn einig. Entsprechend verzichtete Mannschaftsführer Uwe Körber darauf, sich bei der Stadtliga-Truppe FinWest II um Verstärkung für die „Erste“ zu bemühen. Eine gute Wahl, wie sich herausstellte. Denn die Niederlage wäre auch mit einem verstärkten Team unabwendbar gewesen. So wurde es eben eine 1,5:6,5-Klatsche, aber einer Spielklasse weiter unten hatte FinWest II damit die Chance auf einen Mannschaftspunkt gegen Varrel I und nutzte sie.

Tatsächlich bot Werder IV beinahe Bestbesetzung auf. Nur Brett sechs musste ersetzt werden. Aber auch so waren die Gastgeber an allen Brettern nach DWZ klar überlegen. Dennoch geriet FinWest unnötig schnell in Rückstand: Alireza Shabani hatte einen rabenschwarzen Tag, vergeigte an Brett fünf als Weißer gegen Anastasia Erofeev erst ein Damengambit und übersah dann in verlorener Stellung ein Simpelmatt. Ein Brett höher verteidigte sich Karsten Ohl in einer Pirc-Partie zäh gegen Werders Andre Büscher. Der verspielte in der Eröffnung eine Chance auf Positionsvorteil und man einigte sich schließlich auf ein Remis.

Doch ein paar Minuten später vergrößerte sich der Rückstand von FinWest weiter. Viktor Gesswein ließ sich an Brett zwei von Detlef Schötzig in eine passive Stellung drücken und benötigte am Rande des Abgrunds zu viel Zeit zum Überleben. Prompt überschritt Gesswein das Bedenkzeitlimit – im Zeitalter des Inkrements eine Seltenheit. Dann erwischte es Christoph Duchhardt an Brett eins. Dessen Gegner Reiner Franke entschied sich für ein exotisches Abspiel der sizilianischen Maroczy-Variante, was Duchhardt verunsicherte und zu Ungenauigkeiten trieb. Die Folge: schwache weiße Felder, schwarze Türme auf der zweiten Reihe und Drohungen mit Tod und Verderben auf „g2“. Das ergab zwei Minusbauern für Weiß und den Sieg für Schwarz – obwohl noch ein paar taktische Gemeinheiten zu umschiffen waren.

Ähnlich das Schicksal von Sören Behrens. Gegen Werders Udo Hasenberg bekam auch er es mit einem Eröffnungsexoten zu tun, nämlich dem sizilianischen Flügelgambit (2. b4). Und Behrens verhedderte sich an Brett acht ähnlich wie sein Kollege Duchhardt ganz vorne. Hasenberg errang durch sein Gambit großen Entwicklungsvorsprung und holte den vollen Punkt.

Dann wieder Kosmetik durch Uwe Körber an Brett sechs. Optisch schien er als einziger FinWestler Siegeschancen zu haben. Doch sein Gegner Gerald Jung glich das Mittelspiel durch einen harmlos daherkommenden, aber brandgefährlich Bauernzug aus. Körbers Remis musste an diesem trüben Adventssonntag schon als Highlight verbucht werden, zumal fast zeitgleich Benjamin Kaufmann am dritten Brett gegen Sascha Pohlmann strauchelte. Kaufmann geriet in einen Angriffswirbel, doch dem Werderspiele unterliefen Ungenauigkeiten. Die Analyse ergab später, dass Kaufmann sich verteidigen konnte – aber am Brett fand er den Ausweg nicht. Prompt lag FinWest 1:6 zurück.

Immerhin winkte bei Detlef Ryniecki an Brett sieben ein versöhnlicher Schluss. Im Endspiel gegen Carsten Ballandies hatte Ryniecki zwar einen Minusbauern – aber bei ungleichfarbigen Läufern. Eigentlich ein sicheres Remis. Doch die beiden weißen Freibauern auf der a- und der h-Linie hätten Rynieckies Läufer für einen winzigen Augenblick überfordern können. Aber Ballandies übersah die kurz aufblitzende Chance und machte den falschen Zug. Also doch remis und damit 6,5:1,5 für die Gastgeber. Nun geht es für FinWest gegen Verden um Sein oder Nichtsein.

Karsten Ohl

 

Verbandsliga: FinWest I verliert klar gegen BSG II

Da wäre mehr drin gewesen. In der dritten Runde der Verbandsliga Niedersachsen-Nord/Bremen trafen mit der „Ersten“ der SG FinWest und der „Zweiten“ der Bremer Schachgesellschaft zwei Teams aufeinander, die nach der Papierform nicht viel trennte. Doch mit 2,5:5,5 bezog FinWest eine deutliche Niederlage und steckt nun mitten im Abstiegskampf. Kleiner Lichtblick: Die Kämpfe gegen die Hauptkonkurrenten im Ringen um den Klassenerhalt stehen noch aus. Und dann dürfte noch was zu holen sein.

Begonnen hatte das Match im Vereinshaus Findorff mit einer positiven Überraschung für die Gastgeber. Wegen Grippe hatte sich Ali Reza Shabani eigentlich schon abgemeldet. Aber plötzlich erschien er doch noch im Turniersaal, machte an Brett sechs gegen Axel Buhrdorf zügig Remis und verschwand vom Brett ins Bett.

Das schien FinWest zu beflügeln: Kurz darauf folgte ein voller Punkt durch Felix Lanfermann an Brett fünf, dessen Widersacher Hugh Ditmas übersah, dass Lanfermann mit einem Schachgebot des Läufers eine Qualität gewann. Als Ditmas dann noch zwei Bauern verlor, schien seine Niederlage unabwendbar, er gab auf und FinWest lag in Führung.

Der Zwischenstand an den sechs verbliebenen Brettern deutete zunächst auf ein knappes Endergebnis hin. Ganz vorne verteidigte Christoph Duchhardt zäh einen Mehrbauern gegen Mikhail Tchetchelnitski, der BSGler erarbeitete sich dafür Initiative und einen bedrohlichen Königsangriff. Das Spiegelbild dazu entstand am Nebentisch: Dort hatte Viktor Gesswein gegen Leor Nadison einen Minusbauern und dafür etwas Initiative. Dagegen verfinsterte sich die Lage des FinWestlers Benjamin Kaufmann gegen Boris Tchetchelnitski zusehends. Felderschwächen und Einbruchspunkte am Damenflügel konnte Kaufmann nur durch Zugeständnisse am Königsflügel stopfen. Das konnte nicht gutgehen.

Das wiederum sollte aus finwestlicher Sicht an Brett vier kompensiert werden, wo Karsten Ohl gegen Andreas Calic mit positionellen Vorteilen aus der Eröffnung bekam. Den Vorteil zum Gewinn auszubauen, schien schwierig, aber nicht unmöglich. Und auch an den beiden unteren Brettern schienen Punkte für FinWest möglich: Mannschaftschef Uwe Körber hatte Druckspiel in der f-Linie gegen den König von Robert Klemm, ebenso wie Ingo Veit an Brett acht Darko Zuanovich gewinnversprechend in die Mangel nahm und dessen Remisangebot dankend ablehnte.

Doch dann verwandelte sich die knappe Führung von FinWest in eine schnell feststehende Niederlage mit Tendenz zum Debakel: Ohl entschied sich für seine Gewinnversuche für den falschen Flügel und ruinierte seine Stellung. Calic nutzte diese Fehleinschätzung unnachsichtig und hatte schnell den ganzen Punkt. Ähnliches Unglück bei Veit: Ein missratener Gewinnversuch, eine Kombination, die durch eine Fesselung widerlegt wurde, mit Figurenverlust bestraft wurde und weg war der Punkt. Mit einem ganzen Punkt hatte bei Gesswein längst niemand mehr gerechnet, aber ein halber schien mit etwas Glück nicht ausgeschlossen. Doch Nadison ließ nichts anbrennen und verwertete den Materialvorteil zum Gewinn. Dann versäumte Kaufmann eine chancenreiche Verteidigungsmöglichkeit und wurde von Tchetchelnitski senior im Kreuzfeuer von Dame und Läufer mattgesetzt.

Da war es nur ein schwacher Trost, dass erst Körber und dann Duchhardt noch etwas Ergebniskosmetik gelang. Körbers Angriff drang nicht durch, hinterließ aber auch keine Schwächen – also remis. Tchetchelnitski junior erhielt durch ein Figurenopfer dramatisch verschärften Angriff – aber Duchhardt gab den Materialvorsprung cool zurück und trug so dazu bei, dass die Niederlage den FinWestlern zwar weh tat, aber sie nicht zerschmetterte.